Woran Sie im Selbstversuch testen können, ob Selbstorganisation Ihnen liegt

Im Rahmen meiner Tätigkeit beim Steinbeis-Transfer-Institut durfte ich bei einer Veranstaltungsreihe eine Einheit als Referentin übernehmen. Mein letzter Blogbeitrag zum Thema Selbstorganisation ist ein ehrlicher Rückblick auf den Selbstversuch in der Praxis. (Links zu Teil 1 und Teil 2 finden Sie hier)

Ich bestimme selbst und kann trotzdem auf Unterstützung zählen

Ziel war es, ein Thema für ein anstehendes Projekt zu erarbeiten und als „Testballon“ für mich, in eine Veranstaltungsreihe zu integrieren. Formale Bedingungen, wie zeitlicher Umfang und Tag des Vortrages waren anfangs offen. Fest stand nur der Starttermin des Zertifikatlehrgangs Führungs- und Innovationskultur. Im Voraus wurde klar kommuniziert, dass ich durch diesen selbstorganisierten Prozess begleitet werden würde.

Ich fand es interessant, eigene Erfahrungen mit dem Thema Selbstorganisation in der Praxis sammeln zu können. Bei der Erarbeitung der Thematik hatte ich freie Hand. Ich konnte den Schwerpunkt setzen, mir einen Zeitplan erstellen und die Wahl der Didaktik selbst bestimmen. Im Rückblick betrachtet, aktualisierte ich meinen Kenntnisstand täglich.

Der Austausch untereinander und das Visualisieren von Zwischenergebnissen sind förderlich für den Erfolg

Besonders hilfreich für mich waren kurze Rücksprachen oder das Visualisieren von Zwischenschritten, sowie das gemeinsame „laute Nachdenken“ nach dem iterativen Prinzip. So kristallisierten sich Kerninhalte und Übungen klar heraus. Ich profitierte von den Erfahrungen meiner Kolleginnen und probierte Methoden zur Reduktion und zur Strukturierung des Themas aus.

Ich hatte Glück, dass meine Anleiterin die Verantwortung nicht einfach an mich abgab, um mich mir selbst zu überlassen. An manchen Stellen eine kurze Handlungs-Erklärung zu bekommen war hilfreich. Dass ich meine eigene Ansicht immer mit einfließen lassen konnte, empfand ich als wertschätzenden Umgang.

Bei Zeitdruck heißt es Hilfsangebote wahrnehmen und annehmen können

Die größte Herausforderung für mich war es, kurz vor der Veranstaltung meinen Fokus noch einmal zu verschieben, um ihn konkreter zu machen. Dadurch stand ich unter Zeitdruck. Hier überraschte mich meine Anleiterin mit ihrem Angebot mir einen kleinen Teilpunkt abzunehmen. So blieb mir mehr Zeit, mich auf die Änderung vorzubereiten. Dass sie mir spontan ihre Hilfe anbot, war für mich eine gute Unterstützung.

Im Rückblick ließ mir meine Anleiterin viel Gestaltungsspielraum und nahm sich selbst dabei eher zurück. Meine Fragen beantwortete sie oft durch Rückfragen, um mir eigene Lösungswege aufzuzeigen. Das kostete zwar beide Seiten Zeit, machte die Sache aber für mich selbst klarer.

Eigenverantwortung als eine Quelle der Motivation

Für den Erfolg oder das Scheitern meiner Arbeit war ich „gefühlt“ komplett selbst verantwortlich. Das kann Druck aufbauen, auch wenn ich jederzeit auf die Expertise meiner Kolleginnen zurückgreifen konnte. In diesem Fall motivierte es mich aber auch, meinen genauen Anteil am Endergebnis zu kennen. Der Selbstversuch und die anschließende Reflexion verbesserten mein Gefühl für die eigenen Stärken und Schwächen. Das Experiment hat mir Grenzen aufgezeigt, aber am Ende wurde ich mit Erfolg dafür belohnt. Ich würde es wieder tun!

Mein Fazit:

Aus meiner Sicht hat Selbstorganisation nur in einem Arbeitskontext eine Chance, in dem es eine Bereitschaft für Veränderung und Optimierung gibt. Zusätzlich braucht es die zeitlichen Ressourcen, um Mitarbeitern Raum für Entwicklung zu geben. Entscheidend ist auch die Rolle, die dabei die Führungskraft einnimmt. Ist sie mit dem Prinzip vertraut und kann sie es aushalten, das Risiko von Fehlern vor Kontrollmechanismen zu stellen? Erkennt sie den Benefit an selbstwirksamen und handlungsfähigen Mitarbeitern?

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Foto: Kyle Glenn auf unsplash.com

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