Warum Führung und Selbstorganisation sich nicht widersprechen

Der Tätigkeitsbereich von Führungskräften hat sich in den letzten Jahren durch Zunahme von Komplexität erweitert. Agile Organisationsprinzipien werden auf Grund ihrer Anpassungsfähigkeit an dynamische Umweltanforderungen etabliert. Durch Selbstorganisation nutzt man das Potenzial von Vielen, um Herausforderungen zu handhaben. Führungskräfte können davon profitieren. Passend dazu beschäftige ich mich im zweiten Teil meiner Blogserie zum Thema Selbstorganisation mit der Frage: Welche Anforderungen stellt Selbstorganisation an Führung? (Teil 1 – „Wie Sie sichergehen, dass Selbstorganisation funktioniert“ – finden Sie hier)

Selbstorganisation bedeutet für Sie als Führungskraft eine Umstellung und Neudefinition der eigenen Rolle. Es ist neues Selbstverständnis erforderlich, um veränderten Anforderungen gerecht zu werden.

Flache Hierarchien führen zu einem gefühlten „Kontrollverlust“

Selbstorganisierte Systeme verzichten auf herkömmliche Hierarchien und stehen für eine neue, dezentrale Form der Steuerung. Delegation von Verantwortung und Entscheidungen sind entscheidende Erfolgsfaktoren des Prinzips. Sie setzen eine gewisse Risikobereitschaft voraus, sind aber essentiell für Selbstorganisierte Prozesse. Eine klare gemeinsame Zielorientierung und eine Infrastruktur geben der Zusammenarbeit einen Rahmen.

Haben Sie Vertrauen in das Know-how Ihrer Mitarbeiter und stellen Sie das Risiko vor die Kontrolle!

Eine gute Infrastruktur stellt die Partizipation aller Beteiligten durch Kooperation und Vernetzung sicher.
Als Führungskraft können Sie positiv auf die Infrastruktur Einfluss nehmen. Tragen Sie dafür Sorge, dass Teams ungestört arbeiten können und stellen Sie dafür Ressourcen zur Verfügung. Damit fördern Sie eine selbstständige Arbeitsweise. Akzeptanz und Integrität von Führungspersonen hängen damit zusammen, ob Sie Dinge einhalten, die sie zusagen. Ein für alle verlässlicher und vertrauensvoller Rahmen schafft Sicherheit für das System. Die Art der Kommunikation ist ebenfalls Teil der Infrastruktur. Ein wertschätzender Umgang erleichtert es allen Beteiligten mit eigenen Fehlern transparent umzugehen. Dadurch ist eine schnellere Korrektur von Fehlern möglich. Bedenken Sie dabei: Kommunikation ist keine Einbahnstraße! Eine offene Unternehmenskultur ist nur möglich, wenn Sie als Führungskraft selbst kommunizieren, um verstanden zu werden.

Schaffen Sie einen Vertrauensrahmen, indem sie zu verstehen versuchen, was ihre Mitarbeiter bewegt.
Gehen Sie offen mit eigenen Fehlern um!

Nehmen Sie eine klare und wertschätzende Haltung ein und reflektieren Sie Ihre Handlungen. Durch diese Haltung erkennen Sie, wann es Sinn macht regulierend einzugreifen und wann Sie ihren Mitarbeitern dadurch die Chance nehmen, die Lösung selbst zu erkennen.

Führungskräfte von selbstorganisierten Teams müssen ein neues Selbstverständnis der eigenen Rolle entwickeln. Um herauszufinden wo Sie stehen, orientieren Sie sich an folgenden Fragen:

Sind Sie bereit für ein Update?

  • Befähigen Sie Ihre Mitarbeiter eher, indem Sie Verantwortung teilen oder fällt es Ihnen leichter Anweisungen zu geben?
  • Übernehmen Sie gerne „Verantwortung fürs Gemeinwohl“, wie Peter Drucker es formuliert, oder liegt dies für Sie außerhalb Ihres Tätigkeitsbereiches?
  • Sind Sie jederzeit bereit für ein Update oder setzten Sie lieber auf Altbewährtes?

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Foto: Danielle MacInnes auf unsplash.com

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