Warum neue Arbeitsformen freie Menschen brauchen – Selbstorganisation als Organisationsprinzip

Selbstorganisation ist ein Wort, das jeder aus dem Alltag kennt: „Der soll sich erstmal selbst organisieren“ oder „Ich möchte, dass meine Mitarbeiter sich selbst organisieren und nicht mit jedem Problem zu mir kommen“ heißt es dann. Doch was heißt das eigentlich? Und vor allem: was wird daraus, wenn wir diesen Anspruch einmal konsequent zu Ende denken? Neue Formen der Arbeit oder „New Work“ tun genau das und erheben die menschliche Fähigkeit zur Selbstorganisation zum Prinzip für die gesamte Organisation.

 

Das neue Fundament der Organisation

Das heißt: Selbstorganisation ist ein Organisationsprinzip, das sich die natürliche Fähigkeit von Systemen sich zu organisieren, zu bewegen und im Gleichgewicht zu halten zu Nutze macht. Und noch mehr als das: Es erklärt eben diese Fähigkeit der Selbstorganisation zum Grundprinzip einer Organisation oder eines Unternehmens. Selbstorganisation wird unter Experten heute bereits als das zeitgemäße Organisationsprinzip des 21. Jahrhunderts gehandelt.

 

Vertrauen statt Kontrolle, Kooperation statt Wettkampf

Das Menschenbild der Selbstorganisation geht davon aus, dass Menschen grundsätzlich leistungsfähig und leistungsbereit sind. Jeder Mensch hat Vertrauen verdient. Er braucht zu seiner Entfaltung Sicherheit ebenso wie Autonomie. Entscheidungsstrukturen verändern sich. Entscheidungen werden möglichst auf der niedrigsten Ebene ohne großen Überbau getroffen. Führungskräfte fungieren vermehrt als Befähiger und gehen davon aus, dass die gesamte Organisation davon profitiert Menschen ihren Freiraum zu geben. Dieses Prinzip verändert dann organisationale Strukturen und Prozesse von den Produktionsprozessen bis zur Personalentwicklung.

 

Warum Hierarchien und starre Organisationsformen heute in Frage gestellt werden

Sicherlich ist die Frage erlaubt, warum ausgerechnet jetzt dieses Prinzip als erfolgsversprechendes Modell mehr und mehr in den Mittelpunkt rückt. Diese Frage stellt sich insbesondere, weil doch viele Unternehmen mit starren Organisationsstrukturen, festen Abteilungen und hierarchischen Entscheidungswegen gewachsen und erfolgreich geworden sind. Was hat sich geändert? Dafür kann man sehr viele Worte finden oder man benutzt ein einzelnes Akronym: VUKA. Die Arbeitswelt ist volatil, unsicher, komplex geworden und geprägt von Ambiguität. Das heißt, alles bewegt sich schneller und dynamischer, wir behalten nicht mehr so einfach den Überblick und brauchen eine Strategie, um mit Mehrdeutigkeiten umzugehen.

 

Was heißt das für Unternehmen und warum ist Selbstorganisation hier eine gute Strategie?

Auch Organisationen müssen in dieser Situation agil und handlungsfähig bleiben. Die alten Systeme und Entscheidungswege werden nach und nach zu langsam werden, wenn sie es nicht heute schon an so mancher Stelle sind. Wird versucht die alten Strukturen und Prozesse beizubehalten überlastet man sowohl das System selbst, als auch insbesondere die Menschen, die darin arbeiten. Die Selbstorganisation als dynamische Organisationsform fängt die äußere Dynamik auf und geht durch die individuellen Kräfte der Vielen produktiv mit ihr um. Sie und Ihr Unternehmen werden belohnt mit höherer Produktivität, gestärkter Innovations- und Veränderungsfähigkeit sowie gesteigerter Mitarbeiterzufriedenheit und auch – gesundheit. Eine attraktive Perspektive, nicht wahr?

 

Selbstorganisation: Grundlagen, Praxis & Selbstversuch

Selbstorganisation ist ein facettenreiches Thema, auch in unserem Alltag. Viele Führungsprobleme lassen sich lösen durch die Optimierung der eigenen Fähigkeit zur Selbstorganisation und die Stärkung der Selbstorganisation von Mitarbeitern. Was da so alles dazu gehört und auch wie sich das dann im Selbstversuch anfühlt haben Lara Freund und Larissa Ney in einer Blog-Serie zu diesem Thema für Sie zusammengetragen. Spannend? Dann tragen Sie sich gerne hier in unseren Newsletter ein und Sie hören 1xMonat von uns und erhalten die Direktlinks zu den Artikeln.

 

 

Foto: Scott Web auf unsplash.com

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